Buch-Tipps gegen den Corona-Lagerkoller

Nach den Video-Tipps gegen den Corona-Lagerkoller nun noch ein paar Buch-Tipps für all Diejenigen, die etwas Abstand von einem Monitor oder Fernseher benötigen und/oder einfach mal wieder etwas Gedrucktes in der Hand halten möchten. Als ich noch studierte, lag eine Bibliothek auf meinem Weg zur Hochschule und dort lass ich fast täglich den Spruch: „Schock deine Eltern – lies ein Buch“. Tja, besondere Zeit erfordern vielleicht auch mal besondere Herausforderungen in einer immer digitaleren Welt.

Beginnen möchte mit Büchern aus dem Amateurbereich, geschrieben von Schiedsrichtern, die das Hobby im Wesentlichen an der Basis ausgeübt haben oder es noch tun. Die Bücher beinhalten Geschichten wie sie die meisten Schiedsrichter – unter normalen Umständen – Woche für Woche auf dem Sportplatz erleben. Nicht immer schön aber immer prägend und lehrreich, mal zum Nachdenken anregend aber auch manchmal zum Schmunzeln. Und immer Dinge, die zum Schiedsrichter-Hobby einfach dazu gehören und weswegen wir das Ganze schließlich (auch) machen.

Jeder Schiedsrichterei kennt vermutlich auch die Schattenseiten und hat schon Unschönes erlebt oder musste sich nach schwierigen Spielen und vielleicht auch nicht ganz so guten Leistungen wieder neu motivieren. So krasse Geschichten wie die des ehemaligen Bundesliga-Schiedsrichters Babak Rafati sind zum Glück die absoluten Ausnahmen. Seine Erfahrungen und Erlebnisse hat er in einem Buch niedergeschrieben. Ich habe es zwar nicht selbst gelesen weil ich mich lieber auf die positiven Dinge rund um die Schiedsrichterei konzentriere, möchte es  aber hier der Vollständigkeit halber erwähnen: Ich pfeife auf den Tod! Wie mich der Fußball fast das Leben kostete. Vielleicht hat es ja schon jemand gelesen und kann in den Kommentaren etwas dazu schreiben?

Weit weniger negativ sind die Bücher der folgenden 3 großen Schiedsrichter, die schon seit einigen Jahren nicht mehr aktiv sind, sondern ihr Geld mittlerweile als Schiedsrichter-Funktionär oder als Speaker und mit Vorträgen sowie Seminaren verdienen. Die Bücher habe ich alle gelesen und sie geben einen schönen Einblick hinter die Kulissen, in die Anfänge großer Karrieren und auch wie wichtig Selbstkritik und harte Arbeit sind, wenn man zur Schiedsrichter-Elite gehören will. Diese vorwiegend autobiografischen Titel lassen sich teilweise nur noch gebraucht bestellen, was Ihren Inhalt aber in keinster Weise schmälert (obgleich sind auch die Schiedsrichter-Welt seitdem schon massiv verändert hat):

Ein weiteres Buch, das ich erwähnen möchte, ist so aktuell, dass es noch gar nicht käuflich erwerben ist da es erst am 29. Mai 2020 erscheint. Ich habe es bereits vorbestellt und bin gespannt was der amtierende Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich dann in Die richtige Entscheidung: Warum ich es liebe, Schiedsrichter zu sein so schreibt. Dem Titel zufolge ist es sicherlich sehr motivierend und mit Einblicken in die Karriere einer sehr interessanten Schiedsrichrer-Persönlichkeit geprägt  – googelt einfach mal nach „Patrick Ittrich“. Auch bei Patrick Ittrich lief nicht immer alles glatt und auch seine Schiedsrichter-Laufbahn enthielt meines Wissens einen zwischenzeitlichen Abstieg. Und dennoch ist Patrick da angekommen, wo vermutich jeder junge Schiedsrichter hin will. Ich werde über das Buch und verlinke an dieser Stelle aber gerne auf 2 hörenswerte Podcast-Interviews mit Patrick Ittrich, eines auf meinsportpodcast.de und eines bei Collinas Erben.

Abschließen möchte ich diesen Beitrag noch mit einem Buch mit Massen an „Fußball-Weisheiten“, bei dem schon der Titel eine solche ist: Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift. Als Lehrwart muss ich dem natürlich widersprechen und auf Regel 11 verweisen, denn Abseits ist tatsächlich etwas weniger willkürlich definiert. Aber für das kurze Schmunzeln zwischendurch ist es gerade in der aktuellen fußballlosen Zeit durchaus eine Empfehlung wert.

Und wer jetzt schon einmal die Zeit nutzen will, um den Nachwuchs an den Fußball heranzuführen, für den habe ich noch das Buch Die Welt des Fußballs – Wieso? Weshalb? Warum? von tiptoi® gefunden. Ich habe zwar noch keine Kinder aber finde dieses „audiodigitale Lern- und Kreativsystem“ eine tolle Sache zumal sie nicht vor dem Bildschirm machbar ist.

Soweit mal für diesen Beitrag und diesen Samstag-Morgen von meiner Seite. Ich freue mich natürlich auch über weitere Buchtipps in den Kommentaren und auch generell zu wissen was ihr mit diese fußballlosen Zeit so anfängt. In gewisser Weise tut eine solche Zwangspause tatsächlich auch mal gut, aber natürlich freue ich mich schon wenn es irgendwann wieder in hoffentlich einigermaßen geordneten Bahnen und ohne Mundschutz losgeht.

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