Tolle DFB-Dokumentation zum Video-Assistenten und zum Video-Assist-Center

Mit einer 15-minütigen Dokumentation hat der DFB nach über anderthalb Jahren, in denen der Video-Assistent nun schon versucht den Fußball gerechter zu machen, den wahrscheinlich bislang besten Blick hinter die Kulissen des Video-Assist-Centers in Köln gegeben. Zuvor hatte man immer mal wieder kleine Details erfahren und ab und an das Vorgehen und die Kommunikation in anderen Ländern gesehen, in Deutschland hielt man sich mit so detaillierten Einblicken bisher eher zurück. Nun aber die absolute Empfehlung sich dieses Video anzuschauen – egal ob man dem Video-Assistenten eher positiv oder eher negativ gegenübersteht.

Auch der Video-Assistent wird nie verhindern, dass es doch mal zu einer – objektiven oder subjektiv gefühlten – Fehlentscheidung kommt oder ähnliche Situation unterschiedlich bewertet werden. Speziell beim Thema Handspiel und bei der Eingriffsschwelle des Video-Assistenten scheiden sich ja immer noch die Geister und ein Thema der Montagmorgen-Gespräche mit den fußballinteressierten Arbeitskollegen ist schon einmal gesetzt. Der Exklusive Einblick in das Video-Assistent-Center in Köln zeigt aber welch hoher technischer und personelle Aufwand seitens der DFL (sorgen für die bestmöglichen Rahmenbedingungen) und des DFB (stellen die Schiedsrichter) getrieben wird, um den Fußball gerechter zu machen.

Man sieht wie nun endlich auch mit den kalibrierten Abseitslinien gearbeitet wird, wie die Videoassistenten unter sich (also der Video-Assistent und der Assistent des Video-Assistenten) und mit den Operatoren zusammenarbeit und wie konzentriert die Arbeitsatmosphäre ist. Nach Ansicht des Videos kann man sich etwas besser vorstellen warum manche Entdscheidung (gefühlt) so lange dauert. Was sich auf dem Spiel oft quälend lang anfühlt, ist im Video-Assist-Center eigentlich ganz kurzweilig, um auch ja keinen Fehler zu machen.

Was in dem Video nicht ganz so gut rüberkommt ist die gesamte Kommunikation zwischen dem Schiedsrichter und dem Video-Assistenten. Der Video-Assistent in Köln hört alles was das Mikrofon des Schiedsrichters zu hören bekommt, der Schiedsrichter hört den Video-Assistenten aber nur dann wenn sich dieser aktiv per Knopfdruck (und optisch roter Lampe ;-)) dazuschaltet. Ebenso wichtig beim Thema Eingriffsschwelle für den Schiedsrichter-Assistenten ist, dass der Schiedsrichter seine Wahrnehmung kritischer Situationen verbal schildert, z.B. „Ball an die Hand, aber kurze Distanz und Hand angelegt“. Die Eingriffsschwelle ist nämlich für den Video-Assistenten deutlich höher wenn sich die Wahrnehmung des Schiedsrichters mit den bewegten Bildern deckt als wenn die Aussage der Schiedsrichters auf dem Platz nicht dazu passt. Ich hatte von ca. 1 Woche mal die Möglichkeit die komplette Kommunikation einer tatsächlichen Szene nebst den synchronen Bilder mitzuhören bzw. zu sehen. Wenn ich mir was wünschen dürfte dann wäre es, dass der DFB auch so einen kompletten Ausschnitt mal veröffentlicht und damit vielleicht noch für ein bisschen mehr Verständnis für die Arbeit im „Kölner Keller“ – ist auch wirklich im Untergeschoss – bekommt.

Interessant und wichtig finde ich auch die im Video zu sehende Besprechung strittiger (Grenz-)Situation hinsichtlich des Eingriffs durch den Video-Assistenten. Auch wenn es „gleiche“ Situationen meiner Meinung nach nicht gibt, sondern maximal ähnliche, ist eine solche Einstimmung auf eine Spielleitung aus eigener Erfahrung sehr hilfreich.

Jetzt aber genug der Vorgeplänkels, schaut auch das Video an und bildet euch eure eigene Meinung 😉 Ich fand’s gut, gerne mehr davon!

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