DFB-Schiedsrichterzeitung 4/2018 erschienen

Quasi heimlich, still und leise – während alle Welt nach Russland schaute – ist Ende Juni die DFB-Schiedsrichterzeitung 4/2018 erschienen. Titelthema ist der Abschluss der Aktion „Danke Schiri.“, bei der verdiente Schiedsrichter aus allen Landesverbänden ausgezeichnet wurden. Mit dieser Aktion will der DFB Jahr für Jahr seine Verbundenheit mit der Basis zeigen. Denn die Basis ist es, die dafür sorgt, dass der wöchentliche Spielbetrieb aufrecht erhalten wird während einige wenige Elite-Schiedsrichter in den Profi-Ligen im Rampen- bzw. Flutlicht stehen. Jeder, der diesen Blog liest, weiß sicherlich wie schwer dies manchmal sein kann und so erklärt sich auch diese Aktion, die auch schon in den Ausgaben zuvor immer wieder Erwähnung fand. Fortsetzung in der kommenden Saison folgt garantiert.

Aber daneben gab es ja auch noch andere Themen, die viel Platz einnahmen. Hier wir gewohnt eine kurze Zusammenfassung.

Ein großes Thema ist die „Gelbe Karte“, die eigentlich erst ziemlich spät Einzug in die Fußballregeln hielt. Heute ist sie aber nicht mehr wegzudenken, denn ihre Signalwirkung ist einfach unschlagbar. Eigentlich kaum zu glauben, dass es vor 1970 ohne Gelbe Karte gehen musste. Der Beitrag und der DFB-Lehrbrief 79 rufen noch einmal umfassend in Erinnerung wann es eine Pflicht-Verwarnung gibt und in welche Fällen der Schiedsrichter einen gewissen Entscheidungsspielraum hat. Insbesondere in den Fällen mit Entscheidungsspielraum ist es wichtig, dass der Schiedsrichter berechenbar ist und seine eingeschlagene Linie konsequent durchzieht. Nicht umsonst sind die richtig gesetzten Personalstrafen in Kombination mit den Ermahnungen das Markenzeichen eines Schiedsrichters und Grundvoraussetzung für eine gute Spielleitung.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch wann eine Gelbe Karte gezeigt werden darf – nämlich vom Betreten des Platzes zum Einlaufen bis zum Verlassen des Platzes (wobei diese nach dem Schlusspfiff anders als eine Rote Karte nicht zu empfehlen ist) – und wem sie gezeigt werden darf. An anderer Stelle in dieser Ausgabe findet sich auch der Hinweis, dass wir uns hier evtl. bald umstellen müssen da die FIFA darüber nachdenkt, eine Gelbe Karte auch für Trainer zuzulassen. Bisher ist dies nur für Spielertrainer, die auch spielberechtigt wären, erlaubt. Interessant, aber nicht gerade einfach umsetzbar wenn man diesen Gedanken etwas weiter denkt. Denn was ist mit dem Co-Trainer, den Betreuern, Physiotherapeuten und dem Spielausschuss? Auch diese Personen nehmen gerne auf der Bank Platz und werden zumindest aktuell genauso wie der Trainer behandelt. Warten wir mal ab…

Weiter geht es mit den „Freistoß-Inszenierungen“ – ob die Redaktion der DFB-Schiedsrichterzeitung schon vorab wusste, dass dieses Thema bei der Weltmeisterschaft in Russland ein so prägnantes und teilweise diskutables Thema werden würde? Anhand einiger Situation aus unseren Bundeligen wird das Thema behandelt.

Nicht fehlen in dieser letzten Ausgabe, bevor es dann in einigen Wochen auch schon wieder los geht mit den Spielen in der Bundesliga, sind die Regeländerungen. Hier gibt es in diesem Jahr zum Glück nicht allzu viel zu vermelden. Vielfach handelt es sich nur um Konkretisierungen, mit dem Ziel Interpretationsmöglichkeiten und Widersprüche im bisherigen Regeltext auszumerzen. Interessant und tatsächlich auch praxisrelevant ist aber eine Änderung beim Torwartspiel. Nun ist genau geregelt, dass der Torwart den Ball erst dann sicher kontrolliert wenn es ihn mit beiden Händen fest gegriffen hat. Damit gibt es zukünftig keinen indirekten Freistoß wegen doppeltem Aufnahmen des Balles mehr wenn der Torwart einen leichten Schuss oder Kopfball prallen lässt, um ihn erst verzögert später aufzunehmen und damit ein paar Sekunden von der Uhr zu nehmen. Eine sinnvolle Anpassung, denn ein deshalb verhängter indirekter Freistoß lief niemals problemlos ab. Und hier spreche ich aus Erfahrung 😉

Weitere Themen in Ausgabe 4/2018 der DFB-Schiedsrichterzeitung sind:

  • Regelfragen – 15 neue Regelfragen, wie immer auch schon zu finden unter schiedsrichtig.de und beschäftigen sich hauptsächlich mit dem Thema Handspiel sowie den Regeländerung zur neuen Saison
  • Neue Zeitrechnung – Infos zur Strukturreform in der 2. Frauen-Bundesliga
  • Meerblick inklusive – Infos zur neue gegründeten Deutschen Beachsoccer-Liga und den dortigen Schiedsrichtern. Wer Lust hat auch Beachsoccer-Schiedsrichter zu werden findet übrigens auch alle nötigen Informationen in der Schiedsrichterzeitung.
  • Meldungen aus den Verbänden

Die DFB-Schiedsrichterzeitung 4/2018 kann hier online angeschaut werden. Der Download versteckt sich zwar ein wenig, ist aber weiterhn möglich. Viel Spaß bei der Lektüre!

Die nächste DFB-Schiedsrichterzeitung erscheint dann am 20. August und wird sicherlich größtenteils vom Rückblick auf die Weltmeisterschaft geprägt sein. Darüber hinaus wird es Infos zum Trainingslager der Schiedsrichter der 1. und 2. Liga geben und der DFB-Lehrbrief wird sich mit dem Thema „Vorteil“ beschäftigen.

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