Buchgeschenke für Schiedsrichter

Spätestens mit dem ersten Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt ist uns bewusst, dass Weihnachten und damit die Zeit der Geschenkesuche naht. Das kann schnell zu einer Qual werden, vor allem wenn der zu Beschenkende (gefühlt) schon alles hat. Aber wie wäre es mal mit einem Buchgeschenk wenn der zu Beschenkende rein zufällig Schiedsrichter ist?

Hier mal 3 Bücher von Schiedsrichtern für Schiedsrichter, die ich selber schon gelesen habe und die interessante Einblicke hinter die Kulissen geben.

Pierluigi Collina: Meine Regeln des Spiels

Buchcover "Meine Regeln des Spiels" von Pierluigi CollinaDer Italiener Pierluigi Collins wird sicherlich immer eine Legende der Fußball-Schiedsrichter bleiben. Insgesamt 6 Jahre in Folge wurde er von 1998 – 2003 zum Weltschiedsrichter des Jahres gewählt. Damit ist er Rekordhalter und wird dies wohl noch eine Weile bleiben. Sein Buch ist von 2005 und auch wenn sich seitdem sehr viel geändert hat, hat es nichts von seiner Aktualität verlosen. Pierluigi Collins berichtet darin von wichtigen Spielen, mit denen er betraut war. Ich musste etwas schmunzeln als ich las, dass er beim legendären Champions-League-Finale 1999 zwischen Manchester United und Bayern München die Fahnen der Schiedsrichter-Assistenten im Hotel vergessen hatte (letztendlich musste die Polizei diese aus dem Hotel holen damit die Ausrüstung rechtzeitig im Stadion ist). Die Beschreibung eines Vorfalls, bei dem sich einer seiner Assistenten am Flughafen eine blutige Platzwunde holte zeigt, dass auch Spitzenschiedsrichter wie Perluigi Collina mit ganz alltäglichen Problemen zu kämpfen haben.

Der Titel Meine Regeln des Spiels geht sicherlich auch auf die Gegebenheit zurück als er einem Auswechselspieler die Gelbe Karte zeigte. Was für uns heute vollkommen normal erscheint gaben die Fußballregeln zum damaligen Zeitpunkt noch gar nicht her – erst danach wurden sie entsprechend erweitert. Das Buch „Meine Regeln des Spiels“ kann ich nur jedem Schiedsrichter als zeitloses Werk empfehlen.

Markus Merk: BeWEGend – Merk & More

Buchcover "BeWEGEND - Merk & More" von Markus MerkAuch im Jahre 2005 hat der ehemalige deutsche Spitzenschiedsrichter Markus Merk sein Buch BeWEGend – Merk & More veröffentlicht. Den jüngeren Lesern ist Markus Merk eher als TV-Experte beim Pay-TV-Sender SKY bekannt, davor pfiff er aber zwischen 1998 und 2008 insgesamt 338 Bundesliga-Spiele. Hinzu kommen etliche Europapokal- und Länderspiele sowie Einsätze bei Europameisterschaften sowie den Weltmeisterschaften 2002 und 2006. Dass er anders als Pierluigi Collina nie ein WM-Endspiel leiten durfte lag einzig und allein daran, dass die deutsche Nationalmannschaft bei diesen Turnieren jeweils im Halbfinale stand.

Das Buch zeigt die Entwicklung des jungen Schiedsrichters Markus Merk aus Kaiserslautern von den Provinzsportplätzen bis hin zu den den internationalen Spielen. Da er das Buch noch während seiner Zeit geschrieben hat fehlen einige Highlights und Situationen vom Ende seiner Karriere. Über die reine Schiedsrichterei hinaus erfährt der Leser auch Informationen über seine Tätigkeit als Zahnarzt, die er noch lange parallel ausübte, sowie seinen Einsatz für Kinder und Indien. Das Buch zeigt einen weltweit anerkannten Spitzenschiedsrichter, der immer Mensch geblieben ist und räumt auch mit dem Vorurteil auf, dass er sich wegen seiner zu Karrierebeginn sehr „piepsigen“ Stimme einer Operation unterzogen hätte. Reines Sprachtraining – und ein erneuter Beleg dafür was alles machbar ist wenn man es wirklich will.

Christoph Schröder. ICH PFEIFE! – Aus dem Leben eines Amateurschiedsrichters

Buchcover "Ich Pfeife!" von Christoph SchröderZurück von den Spitzen-Schiedsrichtern Pierluigi Collina und Markus Merk zu den Sportplätzen in der Provinz. Weitab vom Rampenlicht sind es die Schiedsrichter an der Basis wie Christoph Schröder, die den Spielbetrieb aufrecht erhalten. In den unteren Ligen herrschen andere Rahmenbedingungen, Regeln und Probleme als in den nationale und internationalen Top-Wettbewerbern. Der Leser erfährt von Autofahrten zu Sportplätzen irgendwo in der Pampa, dem Hadern mit Schiedsrichter-Beobachtern und auch seinen Aufstiegen als er eigentlich gar nicht mehr damit rechnete. Das Taschenbuch ist authentisch geschrieben und lässt sich dank seines großen Zeilenabstands auch gut und leicht lesen.

Christoph Schröder zeigt in Ich pfeife! seinem ziemlich durchchoreographierten Ablauf vor einem Spiel liegt viele Denkanstöße für unsere eigenen Spielleitungen und bisherigen Erlebnisse. Von einem Amateur-Schiedsrichter und für Amateuer-Schiedsrichter ist dieses Buch sicherlich eine Empfehlung wert und zeigt sowohl Besonderheiten als auch Faszination der Schiedsrichterei – aber auch die Schattenseiten, von denen man sich egal ob als Schiedsrichter oder in sonstigen Lebenssituationen nicht aus dem Tritt bringen lassen sollte.

 

Soweit mal 3 Buchempfehlungen für Schiedsrichter, egal ob als Geschenk oder einfach mal so zwischendurch. Auch andere Schiedsrichter haben ja noch Bücher geschrieben, die ich hoffentlich früher oder später hier auf dem Blog präsentieren kann.

Wer zu „faul“ zum Lesen ist kann alternativ auch auf 2 empfehlenswerte – meines Wissens nach inhaltsgleiche – DVDs zurückgreifen:

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