Regel-Kuriosum mit dem „Fairplay des Jahres“

Seit Anfang der Woche macht ein Video des Spiels Oberliga-Partie Ravensburg – Bissigen die Runde, in der es in der 59. Spielminute zu einer kuriosen Situation kam. Nach einem Eckball wurde der Ball zunächst von einem Abwehrspieler berührt und höchstwahrscheinlich bei dieser Berührung auch mit dem Stollen so beschädigt, dass er sofort kaputt ging und die Luft verlor. Trotzdem sprang der Ball noch im hohen Bogen vom Verteidiger ab. Der Verteidiger sah den kaputten Ball und nahm diesen in die Hand, in der Annahme, dass damit ja sowieso nicht mehr gespielt werden kann. Diese Situtation eignet sich hervorragend als Regelfrage: Denn wie hat der Schiedsrichter zu reagieren?

Da das Spiel zum Zeitpunkt des Handspiels noch nicht unterbrochen war und der Verteidiger den Ball im Strafraum gefangen hat entschied der Schiedsrichter auf Strafstoß. Diese Entscheidung ist so auch nicht verkehrt denn aus Sicht des Schiedsrichters war der Ball immer noch ordnungsgemäß im Spiel weil er noch nicht gesehen hatte, dass der Ball kaputt war und er das Spiel deshalb noch nicht unterbrochen hatte. Hätte er das Spiel unterbrochen dann wäre es nach dem Balltausch mit Schiedsrichterball weitergegangen, so war es dann eben der Elfmeter.

Im verlinkten Artikel von der SWR-Sportredaktion meldete sich ja auch der Verbandslehrwart des wfv, Horst Ebel, zu Wort und sieht in dieser Situation auch den Schiedsrichterball für möglich. Dies wäre möglich wenn der Schiedsrichter oder einer seiner beiden Assistenten den Moment, in dem der Ball kaputtging, wahrgenommen hätten und nur der Pfiff nicht so schnell erfolgt wäre.

Dem war aber nicht so und deshalb ging das Spiel mit Elfmeter für den FV Ravensburg weiter. Der Ravensburger Spieler hatte dabei die Chance auf 2:0 er erhöhen, setzte den Ball aber bewusst neben das Tor. Respekt für diese Aktion, die jetzt schon an manchen Stellen als „Fairplay des Jahres“ gefeiert wird!