Premiere für den Video-Assistenten – die wichtigsten Fakten

Bei einem Eingriff des Video-Assistenten, der per Funk mit dem Schiedsrichter verbunden ist, hat der Schiedsrichter folgende Optionen:

1. Der Schiedsrichter bleibt bei seiner Entscheidung und überstimmt damit die Meinung/Empfehlung des Video-Assistenten

Klingt erst einmal etwas komisch weil man doch davon ausgehen sollte, dass der Video-Assistent, dem alle Kamera-Perspektiven zur Verfügung stehen, besser und korrekter entscheiden kann. Was dem Video-Schiedsrichter aber trotz aller Kameras ofmals fehlt ist die Perspektive des Schiedsrichters und eben diese könnte dann doch eine andere Entscheidung rechtfertigen auch wenn diese niemand außer dem Schiedsrichter selber so wahrnehmen konnte.

Ich würde hoffen, dass diese Situation selten bis nie vorkommt denn eigentlich sollte der Prozess (dazu später mehr) genau das vermeiden. Die Video-Assistenten sollen nämlich nur bei eindeutigen Aktionen einschreiten und bei Zweifeln die Situation einfach laufen lassen. Zweifel sind beispielsweise dann angebracht wenn die entscheidende Kamera-Perspektive z.B. durch einen anderen Spieler oder villeicht auch den Schiedsrichter selber verdeckt ist.

2. Der Schiedsrichter korrigiert seine Entscheidung

Hat der Video-Assistent seine Entscheidung getroffen und unterscheidet sich diese von der bisherigen Entscheidung des Schiedsrichters, so kann der Schiedsrichter dem Video-Assistent vertrauen und seine Entscheidung ändern. Bei der Aberkennung eines Tores wegen vorausgegangener Abseitsposition oder eines Foulspiels werden sich die Schiedsrichter sicherlich leicht tun. Allerdings gibt es beim Thema Abseits ja noch die Sache mit dem aktiven Eingreifen – und da ist die Entscheidung nicht immer Schwarz oder Weiß, sondern oftmals grau. Für eben diese Grauzonen gibt es noch eine 3. Option, für die sich der Schiedsrichter nach der Kommunikation mit dem Video-Assistenten entscheiden kann.

3. Der Schiedsrichter schaut sich die Situation noch einmal

Ist sich der Schiedsrichter unsicher und möchte die Ansicht des Video-Assistenten nicht ungeprüft übernehmen, dann hat er noch einmal die Möglichkeit sich die Szene aus der Kameraperspektive, auf Basis derer der Video-Assistent seine Entscheidung getroffen hat, am Spielfeldrand auf einem mobilen Monitor anzuschauen. Das geht natürlich nur in einer Spielruhe.

Dieser mobile Monitor erinnert ein wenig an Star Wars 😉 und soll an der Mittellinie auf der Seite gegenüber der Trainierbänken stehen. Das ist sicherlich sinnvoll da ansonsten der Schiedsrichter relativ schnell interessiert „Mitgucker“ von den Trainerbänken hätte. Bleibt aber abzuwarten ob nicht auch die Spieler selber recht schnell gemeinsam mit dem Schiedsrichter auf die bewegten Bilder schauen und ihn dabei natürlich auch beeinflussen möchten.

Beim Confed Cup waren manche Schiedsrichter recht oft am Monitor. Ich hoffe, dass dies Option in der Bundesliga nicht ganz so inflationär genutzt wird. Keinefalls sollte der Gang zum Monitor zum taktischen Mittel verkommen, um sich seine eigene Meinung zu bestätigen oder etwaigen Reklamationen durch den Gang zum Monitor den Wind aus den Segeln zu nehmen – das könnte nämlich auch nach hinten losgehen.

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