1. Entscheidung auf Basis des Videobeweises in der Bundesliga

Im Eröffnungspiel der Bundesliga-Saison 2017/18 zwischen Bayern München und Bayer Leverkusen feierte der Video-Assistent  nicht nur seine Premiere, sondern sorgte auch für die erste Entscheidung auf Basis der Videobeweises. Alles absolut geräuschlos, professionell und für jeden nachvollziehbar. Dafür gibt es zurecht Lob von allen Seiten.

Beim Spielstand von 2:0 für den FC Bayern München segelte ein Flanke quer durch den gesamten Strafraum während knapp innerhalb des Strafraums aber nicht direkt in Ballnähe Robert Lewandowski zu Boden ging. Schiedsrichter Tobias Stieler ahndete diese Situation zunächst nicht, wahrscheinlich hatte er sie auch nicht bewusst wahrgenommen weil sein Blick dem Ball und möglichen Zweikämpfen um den Ball galt. Der Zuschauer sah zunächst einen (obgleich nicht überaus heftig) protestierenden Bayern-Stürmer und dass der Ball ins Seitenaus ging. Doch mit schneller Spielfortsetzung wurde es nichts weil der Video-Assistent Dr. Jochen Dress dem Schiedsrichter über das Headset mitteilte, dass er sich die Situation noch einmal genau anschauen sollte.

Nach kurzer und nicht wirklich unnatürlicher Spielunterbrechung – eine gewisse Spannung lag wohl überall in der Luft – entschied Tobias Stieler dann auf Elfmeter und zeigte darüber hinaus Charles Aránguiz noch die Gelbe Karte. Dass diese Entscheidung aufgrund der Intervention des Video-Assistenten erfolgte machte er durch die offizielle Zeichengebung deutlich, die Zuschauer konnten nachher auch in den Wiederholungen gut nachvollziehen, dass diese Entscheidung korrekt war.

Alles in allem ein flüssiger und professioneller Ablauf zur Premiere des Videobeweises. Zu gute kam der Situation, dass der Ball relativ kurz nach dem Foulspiel im Seitenaus und das Spiel damit unterbrochen war. Eine ähnliche Situation wie in den Niederlanden – per Videobeweis wurde ein Tor anulliert und stattdessen nachträglich im anderen Strafraum auf Straftoß entschieden – blieb uns damit erspart. Überaus interessant war auch das Verhalten und die Reaktion der Spieler. Schiedsrichter Stieler wurde weder während der Kommunikation mit Video-Assistent Jochen Dress bedrängt, noch gab es nach der Entscheidung irgendwelche Proteste (wohlwissend, dass da jemand ganz viel Zeit und alle Kameraperspektiven für diese Entscheidung hatte) und auf der fehlbare Spieler Charles Aránguiz nahm die Entscheidung samt Personalstrafe in fast stoischer Ruhe auf (wohlwissen, was er davor absichtlich oder unabsichtich getan hat).

Damit also ein gelungene Premiere, Lob von allen Seiten und die Hoffnung, dass  auch in anderen Spielen falls nötig durch die Intervention des Video-Assistenten in ähnlicher Weise die richtige Entscheidung getroffen wird.

Update 21.08.2017: Okay, nach gutem Start am Freitag Abend beim Eröffnungsspiel war dann doch ein wenig Sand im Getriebe was den Videobeweise angeht denn am Samstag fehlten den Video-Assistenten die kallibrierten Linien und die Sprachverbindung zum Schiedsrichter funktionierte nicht oder nicht immer. Aber immerhin wurde ein irreguläres Tor des SC Freiburg korrekterweise wegen Abseits annuliert und die technischen Probleme sorgten für keine falsche Entscheidung und noch größere Diskussionen – Stichwort „Wettbewerbsverzerrung“. Gerade noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen und nun ist Zeit bis zum nächsten Spieltag die Probleme zu lösen. Wir werden sehen ob es klappt…

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