Gedanken zum IFAB-Strategiepapier „Play Fair!“ (4/4): Fazit

Nachdem ich jetzt innerhalb von sehr kurzer Zeit in den insgesamt 3 Blogartikeln

doch sehr viele meiner Gedanken über die Ideen und Vorschläge im Strategiepapier „Play Fair!“ des International Football Association Board (IFAB) in Worte gefasst habe ist es nun Zeit für ein Fazit. Das Strategiepapier kann online unter www.play-fair.com in englisch, deutsch, französich und spanisch nachgelesen werden, außerdem gibt es eine PDF-Datei zum Download (IFAB-Strategiepapier „Play Fair!“ auf deutsch herunterladen).

Dass sich Fußballregeln und Anweisungen weiterentwickeln sind wir bereits gewohnt. Das ist auch gut so und unabdingbar, denn damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass sich Spiel und Spielweisen verändern und es wird auf neue Moden, Trends, technische Möglichkeiten aber auch Unsitten reagiert, die in den Fußballregeln bisher nicht bedacht waren.

Das vorliegende Positionspapier sind zunächst einmal nur Ideen sowie Denkanstöße zur offenen Diskussion und es bleibt abzuwarten was davon wann und wo (evtl. gibt es ja auch Änderungen nur im Profibereich weil in den unteren Ligen zu schwierig bis praktsich gar nicht umsetzbar) umgesetzt wird. Außerdem ist noch anzumerken, dass die weitreichendsten Vorschläge nahezu alle immer unter dem Unterpunkt „Zur offenen Diskussion“ zu finden sind.

Die Beschäftigung mit den 3 Themenbereichen und die Gedanken über Sinn und Zweck sowie der praktischen Unsetzbarkeit hat mir einmal mehr den Reiz und das Besondere am Fußballsport (ohne jetzt anderen Sportarten zu nahe treten zu wollen denn da fehlt mir einfach größtenteils die Vergleichsmöglichkeit) vor Augen geführt.

Ist es nicht wunderbar, dass sowohl in der Jugend auf dem Dorfsportplatz bis hin zum WM-Finale nach den selben Regeln gespielt wird? Gehören gewisse Emotionen nicht auch zum Fußball dazu? Und wie gut schmeckt das das kühle Bier mit dem Gegenspieler nach dem Spiel auch wenn man sich 90 Minuten lang nicht immer ganz grün war? Ist es nicht praktisch zu wissen wann man in etwa zu Hause ist wenn man sonntags um 15 Uhr auf den Sportplatz geht? Ich persönlich finde es unglaublich nervig wenn in einem knappen Basketballspiel die letzten 2 Minuten eine halbe Stunde lang ausgespielt werden weil das Spiel andauernd unterbrochen ist.

Die grundlegenden Gedanken hinter dem Strategiepapier finde ich gut, richtig und wichtig. Förderung von Respekt zwischen Mannschaften, Schiedsrichtern und Zuschauern ist nötig geworden damit es nicht zu einer weiteren Verrohung kommt. Außerdem gehört der respektvolle Umgang miteinander zum „Geist“ des Fußballs. Auch ist es gut und löblich, dass man sich darüber Gedanken macht welche Regeln im Sinne des Fußballs evtl. abgeschafft oder aufgeweicht werden könnten. Dabei darf aber die praktische Anwendbarkeit nicht vergessen werden.

Allerdings habe ich in den den 3 Blogartikeln zur Verbesserung des Verhaltens & Erhöhen des Respekts, Erhöhung der effektiven Spielzeit und Steigerung von Fairness & Attraktivität auch an vielen Stellen geschrieben warum ich von einigen Ideen wenig bis gar nichts halte und ihnen deshalb mehr oder weniger skeptisch gegenüberstehe. Ich hoffe, dass die obersten Regelhüter einen guten Mittelweg finden um nicht zu Grundsätzliches im Fußball in Frage zu stellen. Fußball muss als solcher erkennbar bleiben und darf nicht zu sehr z.B. an Basketball mit einem Fußball erinnern. Auch gilt zu verhindern, dass zu große Änderungen dafür sorgen, dass der Reiz und die Spannung verloren gehen – so wie es mir persönlich bei der Formel 1 erging.

 

Warten wir es also ab. Was meint ihr? Mit welchen der Ideen werden wir uns schon bald anfreunden müssen?

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