Warum eigentlich Schiedsrichter werden?! Vielleicht der Fitness wegen…

Dieser Beitrag ist Teil der kleinen Serie Warum eigentlich Schiedsrichter werden?!, in der ich im Hinblick auf die vielerorts bald beginnenden Schiedsrichter-Neulingslehrgänge mal aus ganz perönlicher Sicht meine TOP-3 der Gründe aufzähle, warum es sich lohnt Schiedsrichter zu werden und warum ich es bis heute auch selber nicht bereut habe.

Weitere Teil der Serie sind:

 

Fitness

Neben der Regelkenntnis ist (aufgrund der Größe des Fußballfeldes und der Dauer eines Spiels) die körperliche Fitness einer der Grundpfeiler eines jeden Fußball-Schiedsrichters. Gute Vorsätze mehr Sport zu machen treffen die meisten von uns wahrscheinlich jedes Jahr an Neujahr – die Schiedsrichterei wirkt hier wie ein positiver Zwang.Ein Schiedsrichter sollte nicht nur die Regeln aus dem Effeff kennen – zum Regeln- und Regelfragen-Lernen ist Schiedsrichtig.de ja genau das Richtige 😉 – , sondern auch in der Lage sein dem Spiel jederzeit folgen zu können. Spielnähe ist nicht nur wichtig, um die korrekten Entscheidungen zu treffen, sondern um diese Entscheidungen auch zu „verkaufen“. Der strittige Elfmeterpfiff aus dem Mittelkreis wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu (hitzigen?) Dikussionen führen. Steht man aber unmittelbar bei der Situation, so wird sich aber vielleicht so mancher Spieler das Reklamieren verkneifen wenn er selber deutlich weiter weg stand und (wenn er ehrlich mit sich selbst ist) die Situation eigentlich ja doch nicht so ganz genau gesehen hat.

Hinzu kommt, dass man mit der nötigen Fitness auch klarer im Kopf ist. Wenn man in der kompletten 2. Halbzeit bei jeder Spielsituation überlegt, ob man den Sprint jetzt mitgehen soll weil die Beine schon schwer werden, ist man auch geistig nicht zu 100 % Prozent bei der Situation, um evtl. zu antizipieren was im nächsten Moment geschieht und durch diese „Vorausdenken“ und „Ahnen“ besser und vor allem korrekt entscheiden zu können. Geistige Fitness hilft natürlich auch in Schule, Studium und Beruf…

Wichtig: Die nötige Fitness kommt nicht von alleine und auch nicht von den Spielleitungen. Als junger Schiedsrichter-Neuling mag es noch funktionieren einfach nur am Wochenende zum Spiel zu fahren und fit genug zu sein, ohne dass man unter der Woche trainiert hat. Mit steigendem Alter – und da kann ich mittlerweile aus Erfahrung sprechen – wird das immer schwieriger. Man muss ja nicht wöchentlich den Helsen-Test (ist in unterschiedlichen Abwandlungen in vielen Verbänden und auch beim DFB Teil der Leistungsprüfung) laufen, aber regelmäßiges Joggen, idealerweise auch mit schnelleren Einheiten/Sprints zwischendrin, sollte für jeden aktiven Schiedsrichter ganz normal sein. Beim Zeitpunkt und auch der Intensität sollte natürlich auf Spieleinsätze und den eigenen Körper Rücksicht genommen werden. Eine lange und intensive Trainingseinheit am Tag vor einem oder nach einem Spiel ist eher nicht das Richtige, da bieten sich dann eher Ausruhen, eine leichte Jogging-Runde zur Regeneration oder meinetwegen auch Krafttraining (beansprucht andere Muskeln als die, die man beim Spiel gebraucht hat oder brauchen wird) an. Aber unter der Woche mit etwas Abstand zu den Spielen steigert sich durch längere Läufe die Grundkonditionen, Intervallläufe und Zwischensprints förden die Spritzigkeit.

Das sind jetzt alles Erfahrungswerte aus nunmehr über 15 Jahren Schiedsrichter-Tätigkeit. Die richtige Mischung und Intensität muss jetzt für sich finden und ggf. auch mit einem Trainer aus einen Fitnessclub und/oder Arzt abstimmen.

Zum Thema Fitness für Schiedsrichter gibt es übrigens auch ein sehr umfangreiches Buch vom DFB: Fitnesstraining für Schiedsrichter: Grundlage – Strukturen – Übungen. Auch wenn das Buch von 2010 hat es von seiner grundsätzlichen Bedeutung nichts verloren. Ich habe das Buch schon seit geraumer Zeit daheim herumliegen und werde darüber hoffentlich auch bald mal eine Rezension hier im Block veröffentlichen können.

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