Timo Werner gibt Schwalbe zu – etwas spät

Es war DIE Szene des 13. Bundesliga-Spieltags: das vermeintliche Foulspiel vom Schalker Torhüter Ralf Fährmann am Leipziger Timo Werner.

Was war passiert? Timo Werner dringt ballführend mit hohem Tempo in den Strafraum sein, verfolgt vom Schalker Abwehrspieler Naldo. Der Schalker Schluss kommt heraus, um den Spieler abzudrängen, rutscht nach dem Ball und zieht deutlich die Arme zurück nachdem er merkt, dass sich der Leipziger Angreifer den Ball viel zu weit vorgelegt hat, Werner fällt trotz keiner Berühung, Pfiff, blankes Entsetzen, Verwarnung für den Torhüter, Strafstoß – und eine Szene, die in jedem Saisonrückblick zu sehen sein wird.

Der Dumme ist mal wieder der Schiedsrichter. Sebastian Dankert sieht die Situation im Vollsprint von hinten und erkennt den herausstürmenden Torhüter und den zu Boden gehenden Stürmer. Schwierig zu sagen, ob unsereiner da das Adlerauge gehabt hätte und ohne mehrfache Zeitlupe und „Lupe“ in den Fernsehbildern die Schwalbe direkt erkannt hätte. Auf Unterstützung vom Schiedsrichter-Assistenten konnte er in dieser Situation nicht hoffen, denn diesem war durch den Schalker Naldo die Sicht versperrt. So muss er seiner Wahrnehmung vertrauen, auf Strafstoß entscheiden und folgerichtig auch den Schalker Torhüter verwarnen.

Der Rest ist bekannt: der vermeintlich Gefoulte verwandelt den Strafstoß zum 1:0, Schalke gleicht zwischenzeitlich zum 1:1 und verliert dann durch ein Eigentor letztendlich mit 2:1.

Schon im den Interviews nach dem Spiel sah man einen Timo Werner, der sich sichtlich unwohl fühlte. Am nächsten Tag dann das Eingeständnis:

Naldo reißt an mir, ich komme bei dem Tempo ins Straucheln und schließe daher auch unkontrolliert ab. Natürlich sieht es dann nicht nur nach einer Schwalbe aus, sondern es ist eine – Punkt. Denn wenn Ralf Fährmann mich nicht berührt, was ich ja immer bestätigt habe, was ist es sonst?

Sieht für mich immer noch etwas gestellt aus, warum nicht Rückgrat zeigen und sagen: „Ja, es war ein Schwalbe. Es war eine Kurzschlussreaktion und tut mir unendlich leid, dass ich damit massiv Einfluss auf den Spielverlauf und das Endergebnis genommen habe.“

Okay, viel gerettet hätte das auch nichts mehr, denn die beiden Möglichkeit, die Situation noch als einigermaßen fairer Sportsmann zu bereinigen hatte der Leipziger schon im Spiel hinter sich gelassen:

  1. Dem Schiedsrichter anzeigen, dass kein Foulspiel vorlag
    In diesem Sinne hätte Dankert regeltechnisch auf indirekten Freistoß entschieden und anstatt den Schalker Ralf Fährmann den Leipziger Timo Werner verwarnt.
  2. Den Ball absichtlich deutlich neben das Tor schießen
    Das hätte zwar weder die falsche Entscheidung noch die Gelbe Karte für Ralf Fährmann rückgängig gemacht, aber ihm selber mit Sicherheit das Leben erleichtert und Respekt eingebracht.

Voraussetzung wäre allerdings gewesen, dass Timo Werner schon zu diesem Zeitpunkt einsichtig und sich seines Fehlverhaltens bewusst gewesen wäre. Dem war aber wohl nicht so, denn anders ist der „Daumen hoch“ in Richtung des Schiedsrichters nicht zu deuten.

Nun warten wir ab ob die Kontrollinstanzen des DFB hier in irgendeiner Weise tätig werden.

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